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Verbreitungsgebiet

Das Brutareal des Weißstorchs weist im westlichen Mitteleuropa inzwischen große Lücken auf, während man in Osteuropa und der iberischen Halbinsel noch ein geschlossenes Verbreitungsgebiet findet. In Deutschland hebt sich die Elbtalaue als das Verbreitungszentrum des Weißstorchs hervor.

Bestand im Landkreis Lüchow-Dannenberg 1907
Bestand im Landkreis Lüchow-Dannenberg 1934
Bestand im Landkreis Lüchow-Dannenberg 1958
Bestand im Landkreis Lüchow-Dannenberg 1983

Stabilität erforderlich

Der Weißstorch ist in der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands als eine gefährdete Art verzeichnet. Die Hauptursache für den Bestandsrückgang ist der Lebensraumverlust. Der Weißstorch besiedelt offene und halboffene Landschaften, die man in Mitteleuropa in den Flußauen und Niederungen mit feuchten Wiesen und Weiden findet. Durch Entwässerung der Auen und Intensivierung der Landwirtschaft gehen die Nahrungsgründe des Storchs verloren. Dies führt zu einem verringerten Bruterfolg. Um den Bestand langfristig stabil zu halten, müssen aber durchschnittlich wenigstens zwei Jungstörche pro Elternpaar im Jahr flügge werden. Diese Zahlen werden in den westlichen Teilen Deutschlands immer noch unterschritten. In den naturnahen Auen der östlichen Bundesländern ist der Bruterfolg hingegen höher.

Basisinfo des NABU zum Weißstorch

Konnte man 1934 auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik Deutschland noch rund 9.000 Weißstorchenpaare zählen, so blieben bei einer Bestandserhebung 1988 noch 2.949 Brutpaaren übrig. Seitdem hat sich der Storchenbestand im Lande wieder erholt. 1994 zählte man wieder 4155 Brutpaare, 2000 waren es dann sogar 4.422. 2002 brüteten 4.197 Weißstorchenpaare in Deutschland (NABU, BAG Weißstorchenschutz, 2003)

Die Elbtalaue bietet Nahrung suchenden Störchen aufgrund des hohen Anteils von Feuchtgrünland im Überschwemmungsbereich der Elbe immer noch außerordentlich gute Voraussetzungen für einen hohen Bruterfolg. So liegen die von den Weißstörchen genutzen Nahrungsflächen im Bereich der Mittleren Elbe auch überwiegend in unmittelbarer Nähe des Flusses. Brutdichte und Bruterfolg der Weißstörche sind höher als im Landesdurchschnitt. 

Nestbau

Ursprünglch war der Weißstorch ein Bewohner von Steppenlandschaften oder offenen Wäldern mit lockerem Baumbestand. Die Vögel bauten Ihre Nester in freistehenden Bäumen oder auf großen Felsblöcken, die Ihnen freien Anflug und freie Sicht auf ihre Nahrungsgebiete gestatten. In unserer überpflegten Landchaft sind solche Nistmöglichkeiten selten geworden. Die Störche begannen, auf Dächern oder hohen Kirchtürmen und Schornsteinen zu nisten. Heute bringt der Mensch Wagenräder oder Körbe auf den Dächen an, um den Stöchen denbau von Nestern zu erleichtern. Zunehmend nutzen die Störche auch Strommasten als Ersatzbäume für den Nestbau.  Erhöhte Standorte sind beliebt; das Anbieten von Nestunterlagen durch den Menschen beeinflusst die Revierwahl.

Arbeitsgemeinschaft der Weißstorchbetreuer Nordwestdeutschlands

Viele Menschen in Niedersachsen engagieren sich bei der Weißstorchbetreuung. Diesen regional zuständigen Weißstorchbetreuern ist es zu verdanken, dass über den Weißstorch seit 1971 ein nahezu lückenloses Datenmaterial vorliegt.

Neben der Anzahl der Brutpaare wird der Brutverlauf dokumentiert und die Zahl
der ausgeflogenen Jungen ermittelt. Darüber hinaus werden
Bewohner bei der Errichtung oder Umsetzung von Nistunterlagen
beraten und Hilfe für verletzte Störche geleistet.

Die Organisation und fachliche Anleitung erfolgt durch die
Arbeitsgemeinschaft der Weißstorchbetreuer Nordwestdeutschlands
in der Staatlichen Vogelschutzwarte Niedersachsen,
die die Storchenbetreuer beauftragt hat.

  • Staatliche Vogelschutzwarte Niedersachsen (NLWKN)
    Göttinger Str. 14, 30449 Hannover
    Tel. 0511 3034-32 15
    (www.nlwkn.niedersachsen.de)